Der Frauenkampftag am 8. März 2013 in Salzburg

Wir dokumentieren den Aufruf von SISTER RESIST, dem Frauenreferat der ÖH Salzburg und der HOSI Salzburg:

http://sisterresist.files.wordpress.com/2013/03/reclaim-the-night-thumb-397x298-143984.png

FRAUENBRUNCH: 10.00-15.00 Uhr, @KHG, Wr.-Philharmonikergasse 2

FRAUENDEMO: 17:00 Uhr, Ulrike Gschwandtner Straße/ vor Arge Kultur

FRAUENFEST:  DJANE CUPERSUL – MASH UP TRASH DISCO! 20:00 @Hosi, Gabelsbergerstrasse 26

Am 8. März gehört die Stadt den Frauen – selbstbestimmt, lautstark und zahlreich!

Heuer findet zum 4. Mal eine Frauen_demo in Salzburg statt. Diese findet am Abend des 8. März statt, denn wir wollen öffentlich zeigen: Wir Frauen müssen uns auch in der Nacht nicht verstecken! Denn nur allzu oft wird uns gerade im Zusammenhang mit VerGEWALTigungen suggeriert , Frauen hä tten in der Dunkelheit nichts zu suchen. Wir sind aber der Meinung, daß die Gesellschaft endlich lernen muss, dass schlicht niemand das Recht hat, über einen anderen Menschen gewaltvoll zu bestimmen! Wir wollen keine zusätzlichen Strassenlaternen, wir wollen dass Frauen sich frei bewegen können, ohne sich bedroht zu fühlen. Aus diesem Grund finden wir es auch wichtig, daß an dieser Demo nur Frauen_Lesben_Trans_Intersex teil nehmen. Wir wollen uns selber den Raum nehmen der uns zusteht und unsere vielfältigen Forderungen sichtbar und hörbar, nach außen tragen.
Deshalb wünschen wir uns für dieses Jahr eine breite Beteiligung von verschiedenen feministischen Frauengruppen/-organisationen und engagierten/interssierten Individuen.
Nutzen wir unsere unterschiedlichen Ansätze, und treten wir gemeinsam stark auf!
Für eine solidarische, selbstbestimmte und strukturell gerechte Gesellschaft!

Männerrechtler und ihre Verbündeten behaupten, das die Gleichstellung der Geschlechter längst erreicht sei. Sie deuten Männer kollektiv zu Opfern um und erklären dem Feminismus, der „männerfeindlichen Einheitsideologie“, den Kampf. Sie treten für ein biologistisch begründetes Vorrecht von Männern und die uneingeschränkte Verfügungsgewalt über Frauen* und ihre Körper ein. Sie veröffentlichen die Adressen von Frauenhäusern, die als Schutzraum dienen sollen, auf ihren Blogs, wollen das Frauenwahlrecht rückgängig machen und Vergewaltigung am liebsten aus dem Strafrecht löschen. Vertreter der sogenannten Väterrechtsszene in Österreich, wurden rechtskräftig verurteilt, wegen schwerer Drohung, Stalking und anderen Delikten. Die Forderung dieser Gruppierungen nach „automatischer gemeinsamer Obsorge“ fand trotz Prostesten von feministischer Seite, teilweise Eingang in die Neuregelung des Familienrechtspaketes. Es reicht nun aus biologischer Vater zu sein, um sich einmischen zu können, von Betreuungspflichten oder Väterkarenz keine Spur. Sexualisierte Gewalt gegen Frauen, wird von diesen rechtskonservativen bis rechtsextremen Kreisen, als Diffamierungsstrategie im Kampf ums Sorgerecht dargestellt, die betroffenen Frauen als Lügnerinnen denunziert. Sieht man den Tatsachen ins Auge, ist der gewaltsame Umgang mit Frauen* und Mädchen weit über diese Gruppierungen hinaus, gesellschaftlicher Standard. Laut einer UN Woman Studie von 2011, waren 6 von 10 Frauen* im Laufe ihres Lebens, bereits einmal sexualisierter Gewalt ausgesetzt. Betroffene werden in ihrem Umfeld als mitverantwortlich gesehen, die Taten bezweifelt oder verharmlost, insbesondere wenn eine Solidarisierung mit dem Täter möglich ist. Frauen* sind ständig sexuellen Anspielungen bis hin zu Übergriffen ausgesetzt, werden wie Objekte behandelt und dargestellt. Eine Vergewaltigungskultur verharmlost die Gewalterfahrungen von Frauen* und zeigt sich in der Verneinung ihrer körperlichen Selbstbestimmung und Integrität.
Neben den Väterrechtlern, gibt es einige andere Gruppen, welche anti-emanzipatorische Ideologien verfolgen. Eine davon ist HLI (Human Life International) eine religiöse, rechte Organisation, die international im Auftrag der katholischen Kirche, Frauen terrorisiert. Diese sogenannten „Lebensschützer“ rufen zum Schutz von Zellhaufen und dem Erhalt der heteronormativen Kernfamilie auf. Sie bedrohen Frauen, die sich für einen Abbruch entschieden haben und ÄrztInnen, die diese durchführen. Derzeit führen sie ein EU-weites Volksbegehren gegen legalen Schwangerschaftsabbruch durch. Abtreibungsverbote sind wie Zwangssterilisationen, Gebärverbote und Reproduktionstechnologien, Mittel der Bevölkerungspolitik und ein zentraler Bestandteil der Frauenunterdrückung. Frauen sterben an den Folgen von unsachgemäßen Abtreibungen oder weil ihnen eine solche, selbst in medizinischen Notsituationen aus moralischen oder religiösen Günden verweigert wird. In Österreich ist Abtreibung lediglich straffrei, nicht aber vollständig legalisiert, der Paragraph wurde bis heute nicht aus dem Strafrecht entfernt!

Wir sind gegen den gesellschaftlichen Konsens einer sozialen Ungleichheit, welcher die Diskriminierung von Menschen aufgrund ihres Geschlechts, ihrer Herkunft, ihrer sexuellen Orientierung oder anderer imaginierter Unterschiede, ermöglicht.
Wir sind für eine herrschaftslose Gesellschaft!!

Unsere Kontaktadressen findet ihr unter:

http://sisterresist.wordpress.com, www.oeh-salzburg.at und http://www.hosi.or.at/

 

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