Habemus Peavey!

Die wohl geheimste Wahl der Welt ist beendet. Am Mittwochvormittag stieg endlich weißer Rauch über der Lasserstraße auf – und signalisierte die Ankunft eines lange erwarteten neuen Infoladen-Mitglieds. Ihre Identität war vorerst noch nicht bekannt.

Als schließlich verkündet werden konnte “Annuntio vobis gaudium magnum, habemus Peavey!“, versammelten sich in wenigen Minuten Massen von Schaulustigen vor dem Ladenlokal in der Lasserstraße. Zum ersten öffentlichen Auftritt waren hunderttausende Menschen erwartet worden, gekommen sind dann doch geringfügig weniger.

Die neue Musikanlage legte mit dem gestrigen Datum ihren bürgerlichen Namen (Fullrangesystem mit Subwoofern von Peavey mit einem 2x 500 Watt Endstufenverstärker von QSC) ab, und wird fortan unter ihrem gewählten Kampfnamen FRANZISKA auftreten. Die Anlage heißt Franziska und nicht Franziska I., das hat Infoladensprecherin Federica Lombardi am Donnerstag vor internationalen Journalist_innen klargestellt. Erst eine eventuelle Nachfolgerin würde den Zusatz “die Zweite” tragen.

Gleich zu Beginn von Franziskas erstem öffentlichem Auftritt wurde klar, dass sie dem stillen Gebet nur bedingt zugeneigt ist. Lautstark segnete sie die Bewohner_innen der Lasser- und möglicherweise auch noch einiger umliegender Straßen. Sprecherin Lombardi dazu: “Wir entschuldigen uns bei unseren Nachbar_innen, falls es etwas lauter geworden sein sollte.”

Inhaltlich ist die neue Anlage als ultra-progressiv und dialogbereit einzuordnen, zudem steht sie einer sozial engagierten Bewegung, die nicht namentlich genannt werden möchte, nahe. Ihre vergleichsweise wenigen Worte haben Gewicht im traditionell lärmaffinen Infoladen, in dem sich 90 Prozent der 40 Millionen Einwohner_innen zum Glauben an gute Musik bekennen.

Große Hoffnungen werden salzburgweit in Franziska gesetzt. So hat sie zum Beispiel nicht, wie der beinahe zeitgleich gewählte Papst, während der Militärdiktatur Argentiniens (1976-1983) Ordensbrüdern, die im Foltergefängnis inhaftiert waren, zu wenig Rückendeckung gegenüber dem Regime gegeben. Anders als ihr Beinahe-Namensvetter ist von ihr auch keine reaktionäre Haltung in Bezug auf Schwangerschaftsabbrüche, Homosexualität und Feminismus zu erwarten – im Gegenteil. Franziska kündigt an, sie gedenke in Hinkunft zahlreichen linksradikalen/(pro-)feministischen Manifestationen beizuwohnen.

Zudem ließ sie über Sprecherin Lombardi verlauten: “Liebe Brüder und Schwestern, ich möchte die Musikanlage vieler sein – falls ihr mich zu einem mehr oder wenigen feierlichen Anlass ausleihen möchtet, könnt ihr euch vertrauensvoll an den Infoladen Salzburg wenden.”

Infoladen Media / 14. 03. 13

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