[Wien] 8000 Menschen gegen Akademikerball

Quelle: http://de.indymedia.org/2014/01/351944.shtml

Am Freitag, den 24.01.2014, fand zum wiederholten Mal der Wiener Akademikerball statt. Insgesamt 8000 Menschen gingen gegen die selbsternannte rechte Elite Österreichs und Europas auf die Straße. Auf der gemeinsamen Demonstration von NO WKR und …umsGanze! fanden sich 3000 Demonstrant_innen ein. Nach der Demonstration brach sich die Unzufriedenheit der Protestierenden über das rechte Event und die Polizeistrategie Ausdruck in massiver Sachbeschädigung und in Auseinandersetzungen mit der Polizei, sowie – zumindest zeitweiser – konsequenter Behinderung der Anfahrt der BallbesucherInnen, bahn.

Das Zusammenspiel mehrerer Bündnisse führte dieses Jahr dazu, dass noch mehr Aktivist_innen sich den Burschis entgegenstellten. Damit lässt sich ein insgesamt positives Fazit der Entwicklung der Proteste der letzten Jahre ziehen. Der gestiegene Druck hatte offensichtlich die Auswirkung, dass sich weniger Gäste auf dem Ball einfanden.

Diese Erfolge können jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass in Österreich die FPÖ immer weiter an Boden gewinnt und bei einer Zustimmung von über 20% liegt. Hier zeigt sich noch einmal deutlich: Antifa ist nicht genug. Nur mit einer kommunistischen Bewegung lässt sich verhindern das wir jedes Jahr auf Dörfer und in Städte reisen müssen um Nazis und anderen Arschlöchern ihren Spielraum zu nehmen.

Wir freuen uns, dass dieses Jahr Genoss_innen aus Italien, Tschechien und Slowenien und der BRD anreisten. Unter anderem durch diese Unterstützung, führte der Protest zu einer breiteren Auseinandersetzung in Österreich mit dem Akademikerball und der rechten Mobilmachung. Auch das freut uns.

Die Bullen hingegen setzten im Vorhinein bereits dermaßen auf Eskalation, dass es ein Event der Superlative wurde – zumindest gemessen an den österreichischen Verhältnissen. Mit einem extra verfügten Vermummungsverbot, einer riesigen Gefahrenzone und Einsatz gegen Teilnehmende der Demos und Journalist_innen versuchte die Polizei den Ball unter allen Umständen zu schützen. Die Strategie der Bullen ging jedoch nicht auf, so dass es mehrere erfolgreiche Blockaden und Riots in der Stadt gab. Auch wenn einige Genoss_innen, vor allem der Bus aus München bereits vor der Ankunft zweimal kontrolliert wurden und kurz nach der Demo ein Genosse aus der BRD in U-Haft genommen wurde.

Um das internationale Event auch für die Vernetzung der radikalen Linken zu nutzen, gab es am darauffolgenden Samstag einen Workshoptag. Bei verschiedenen Workshops und Vorträgen konnte über Ländergrenzen hinaus diskutiert und vernetzt werden. Mit dabei war unter anderem Bernhard Schmid mit einem Input zur extremen Rechten in Europa und weitere Genoss_innen mit den Themen Antifaschismus und feministischem Antikapitalismus.

 

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