Aufruf zur Pro-Choice-Kundgebung am 6. 12.

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Warum Pro-Life eigentlich gar nicht so für das Leben ist…

Pro-Choice-Kundgebung

6. Dezember 2014 // 16 Uhr // LKH/Mülln

Am 6.12.2014 um 16h wollen christlich-fundamentalistische AbtreibungsgegnerInnen vor dem Landeskrankenhaus eine Mahnwache abhalten. Sie instrumentalisieren den Ort des Krankenhauses und die Aktionsform der Mahnwache um ihre Propaganda öffentlich zu verbreiten. Dabei konstruieren sie einen makaberen Totenkult: Sie suggerieren, es handle sich bei abgetriebenen Zellhaufen1 um verstorbene Kinder.

Das eigentliche Thema ist die Kriminalisierung von ungewollt Schwangeren. Im österreichischen Strafrecht gilt die sogenannte Fristenlösung, nach der Frauen* zwar straffrei, aber nicht legal in den ersten drei Monaten einen Abbruch vornehmen lassen können. Das oft vorgebrachte Argument „ihr dürft ja eh abtreiben“ ist nicht gültig. Beispielsweise wurde in Spanien dieses Jahr die Aufhebung der Fristenlösung diskutiert. Das heißt, dass das erkämpfte Recht auf Abtreibung immer wieder verteidigt werden muss.

Krankenhäuser fungieren für organisierte AbtreibungsgegnerInnen als Zielorte, um ihr sexistisches Weltbild anderen aufzuzwingen. Durch die Konstruktion des Krankenhauses als den einzigen Konfliktort beanspruchen sie einerseits die Deutungshoheit über das Thema und verschleiern andererseits, dass der Konflikt auch an anderen Orten ausgetragen wird, wie zum Beispiel in der Familie, im Sexualkundeunterricht, in der Arbeit und nicht zuletzt am gebärfähigen Körper. Es ist eine Zumutung, dass der Leidensfähigkeit von Zellhaufen mehr Bedeutung zugeschrieben wird, als der von tatsächlich lebenden Menschen.

Kranke und Genesende müssen sich mit dem Anblick der selbsternannten Pro-Life-AktivistInnen auseinandersetzen, die dort ihre abstrusen Vorstellungen von Leben in die Öffentlichkeit tragen. Deutlich werden diese im Angesicht der vielen bei illegalisierten Abbrüchen verstorbenen Frauen*.

In Irland war Abtreibung bis 2013 ausnahmslos verboten. 2012 starb Savita Halappanavar an einer Blutvergiftung, nachdem Ärzte den nicht mehr überlebensfähigen Fötus nach einer verweigerten Abtreibung nicht entfernten. In Folge dessen wurden Abtreibungen in Irland bei Gefährdung des Lebens der Schwangeren offiziell straffrei. Im August diesen Jahres wurde einer Frau* trotz Suizidgefährdung ein Abbruch verweigert und sie wurde zur Entbindung per Kaiserschnitt gezwungen. Durch ihren Status als Refugee war es ihr unmöglich für einen Abbruch nach Großbritannien zu reisen, wie es viele Frauen* in Irland tun.

Das darf nicht sein! Der uneingeschränkte und kostenfreie Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen ist unbedingt notwendig. Auch in Vorarlberg und Tirol müssen in öffentlichen Spitälern endlich Abbrüche möglich sein! Alle Menschen, auch Gebärfähige, haben das Recht über ihren Körper zu bestimmen, ohne dass ihre Entscheidungen von sexistischen, reaktionären, homophoben, rassistischen, transphoben und antisemitischen christlichen FundamentalistInnen in Frage gestellt werden.

Die Mahnwache am 6.12.2014 wird organisiert von Anti-Choice-Gruppen wie Human Life International, Jugend für das Leben und der Christlichen Partei Österreichs. HLI genießt seit August laut eigenen Angaben den offiziellen Status als NGO bei der UNO, was ihnen erlaubt bei UN-Versammlungen aufzutreten und mit ihrer sexistischen Propaganda Einfluss zu nehmen. Damit schaffen sie sich für ihren Psychoterror gegen Klinikpersonal, Ärzt_innen und ungewollt Schwangere einen „seriösen“ Deckmantel.

Schließt euch der Pro-Choice-Kundgebung

am 6.12.2014 um 16 Uhr an!

Solidarität mit Pro-Choice-Aktivist_innen

und Betroffenen in Irland und weltweit!

Für einen freien Zugang zu

Schwangerschaftsabbrüchen!

1 Bis zur 11. Schwangerschaftswoche wird vom Embryo gesprochen. Denn erst in der fetalen Periode (ab 11. Schwangerschaftswoche) bildet sich ein zentrales Nervensystem, welches erst Schmerzempfinden ermöglichen würde. Die Embryonalentwicklung wird von den ultra-religiösen AbtreibungsgegnerInnen systematisch falsch und manipulativ dargestellt.

 
 
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