Protest gegen die “Demo für alle” am 26. Juni 2016 in München

Wir teilen einen Aufruf von Feminist Subversion:

Die reaktionäre „Demo für alle“ hat sich mal wieder für München angemeldet. Am 26. Juni um 14 Uhr am Wittelsbacher Platz ist der Beginn der Demo geplant. Die Route soll dann über den Salvatorplatz, die Kardinal-Faulhaber-Str., die Prannerstr., den Maximiliansplatz, den Platz der Opfer des Nationalsozialismus und die Briennerstr. gehen, von der aus sie zum Ausgangspunkt zurückkehrt.
Veranstalter ist der Verein „Ehe-Familie-Leben“, dessen Leiterin bereits früher mit der „Initiative Familienschutz“ einige Demonstrationen in Stuttgart organisiert hatte.

Schon zwei Mal hatte sich die „Demo für alle“ in München ankündigt: Einmal im Frühling 2014 und einmal im März 2015. 2014 fand die Demonstration nicht statt, weil die „Demo für alle“-Veranstalter_innen Angst vor dem starken Gegenprotest hatten, der zu diesem Zeitpunkt bereits geplant war.

Wir möchten euch dazu aufrufen, am 26. Juni mit uns die „Demo für alle“ durch entschlossenen Protest zu stören. Diese Veranstaltung und ihre Teilnehmer_innen sind eine Ansammlung antifeministischer, reaktionärer und zu einem bedeutenden Teil rechter Akteur_innen, die für die Diskriminierung von nicht-heterosexuellen Menschen, sowie Trans-, Inter- und queeren Personen einstehen. Sie möchten heteronormative Normen und Strukturen erhalten und sehen jede Abweichung von diesen als Angriff gegen die vermeintlich „richtige“ und „natürliche“ Ordnung.
Außerdem lassen sich personell und inhaltlich deutliche Parallelen zu reaktionären Lebensschützer_innen zeigen, die gegen das Recht auf Abtreibung und die Selbstbestimmung von schwangeren Personen sind und eine massiv misogyne Ideologie vertreten.

In ihrem Weltbild haben Frauen ihre „natürliche Rolle als Mutter“ und dieser sollen sie sich anpassen. Diese Argumentation wird vervollständigt durch völkische Elemente, nach denen Schwangere Gebärmaschinen darstellen, die für den Erhalt des Volkes verantwortlich sind, sowie für die Vermittlung „deutscher, europäischer Werte“.
Wo es um „natürliche Geschlechterordnung“, Homosexuellen- und Transfeindlichkeit geht, um den Erhalt von Volk und Nation, ist bekanntlich auch die AfD nicht weit. So wurde der Trägerverein „Zivile Koalition e.V.“ der „Initiative Familienschutz“ von Beatrix von Storch gegründet, die auch in ihrer Position als AfD-Politikerin durch antifeministische Inhalte besonders auffällt.

Es dürfte an diesem Tag also mit einem braunen Gemisch aus den reaktionären und rechten Antifeminist_innen der Fraktionen „Demo für alle“ und „Lebensschutz“ zu rechnen sein und außerdem AfD-Anhänger_innen, die keine Möglichkeit auslassen gegen die „genderhomolinksrotgrüngutmenschentumversiffte“ Weltverschwörung auf die Straße zu gehen. Wie auch bei 1000-Kreuze-Märschen in München und anderen AfD- und „Lebensschutz“-Aktionen werden sich vermutlich auch (organisierte) Neonazis in und außerhalb der „Demo für alle“ befinden.

Da wir uns als Teil der Gender-Weltverschwörung verstehen, die in dubiosen Hinterzimmern auf den Sturz der heteronormativen Ordnung und die befreite Gesellschaft hinarbeitet, werden wir diesen Aufmarsch natürlich nicht einfach so hinnehmen können.
Wir fordern euch dazu auf, am 26. Juni mit uns gemeinsam auf die Straße zu gehen und der „Demo für alle“ zeigen, wieso sie ihre Pläne für München in den letzten beiden Jahren zurecht nicht umgesetzt haben.
Kommt zahlreich um 14.00 Uhr zum Wittelsbacher Platz und lasst es nicht an kreativen Kundgebungsmitteln mangeln!

Alerta Antifascista!

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