Bericht: Proteste gegen den 1000-Kreuze-Marsch am 24. Juli 2016

Für den 24. 7. 2016 hatten organisierte AbtreibungsgegnerInnen um EuroProLife, Human Life International und die Bewegung für das Leben Südtirol angekündigt, einen sogenannten 1000-Kreuze-Marsch durch die Salzburger Innenstadt zu veranstalten. Die Gegenproteste im Zuge des Pro-Choice-Aktionstages waren lange nicht so erfolgreich, wie wir uns das vorgestellt hatten.
Doch von vorne: die Pro-Choice-Demo war mit rund 130 Leuten für Salzburger Verhältnisse gut besucht. Angeführt wurde sie von einem Frauen*Lesben*Inter*Trans*Block. Redebeiträge vom Infoladen Salzburg, der SLP, Petra Pan Regensburg und dem flit*z Salzburg thematisierten u.a. die Notwendigkeit eines freien Zugangs zu Schwangerschaftsabbrüchen, die ungleiche Verteilung der Reproduktionsarbeit im kapitalistischen Patriarchat, sowie die Machenschaften und Ideologie der ultra-religiösen AbtreibungsgegnerInnen. Des weiteren wurden, um dem Bildungsauftrag nachzukommen, rund um die Demo Flyer an Passant_innen verteilt.

Nach der Demo hätte es vielfältige Aktionen gegen den 1000-Kreuze-Marsch geben sollen. Doch dazu kam es nicht. Um ein Zusammentreffen zu verhindern, hatten die Bullen den 1000-Kreuze-Marsch still und heimlich zeitgleich mit der Pro-Choice-Demo über die Bühne gehen lassen. Das erklärt im Nachhinein betrachtet auch ihre Verzögerungstaktik vor und während der Demo. So wurden – in Salzburg nicht übliche – Vorkontrollen durchgeführt. Der Demozug wurde von den Bullen erheblich verzögert und teilweise ohne Grund ganz angehalten. Weil der 1000-Kreuze-Marsch vorverlegt wurde, bekamen die vielen (motivierten) Gruppen, die auf den zentralen Brücken Pro-Choice-Kundgebungen angemeldet hatten, kein einziges Kreuz zu sehen.

Die Vorverlegung des Fundimarsches zeigt klar, dass die Bullen rein auf uns reagieren. Beispielsweise wurde der 1000-Kreuze-Marsch 2012 wegen einer Blockade am Müllner Steg früher abgebrochen und 2015 wurde ihr gesamter Ablauf über den Haufen geworfen und die Schlusszeremonie fand ganz am Anfang unter Auschluss der Öffentlichkeit statt. Offensichtlich liefern sich die Fundis als willenlose Manövriermasse den Taktiken der Bullen aus. Aufgrund einer gewissen Betriebsblindheit haben wir uns von den Bullen und ChristInnen täuschen lassen (das passiert uns so sicher nicht nochmal!). Doch auch die Taktiken der Bullen sind irgendwann erschöpft: Nachdem sie uns räumlich und zeitlich von den Fundis auf Abstand gehalten haben bleibt ihnen nur noch eine andere Dimension übrig. 😉 Es liegt jetzt an uns, unberechenbar zu werden, was an diesem Tag nur in Form einer Sponti durch die Salzburger Innenstadt zur St. Blasius-Kirche, einem Zentrum der fundamentalistischen AbtreibungsgegnerInnen in Salzburg, gelungen ist. Unabhängig davon wurde (wie die Jahre zuvor) der Pro-Choice-Aktionstag von den Bullen genutzt, um Personalien festzustellen und Anzeigen anzudrohen.

Die 1000-Kreuze-Märsche sind nur die Spitze des Eisberges. Auch abseits von ihren öffentlichen Auftritten müssen die Fundis bekämpft werden. Der freie Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen muss erstritten werden und Solidarität mit ungewollt Schwangeren ist unbedingt notwendig. Nieder mit dem Patriarchat! Pro Choice is ois!

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