Bericht zur Pro-Choice Kundgebung am 27. Oktober in Salzburg

Am 27. Oktober 2017 fand in Salzburg der sogenannte „Marsch fürs Leben“
statt. Organisiert wurde er von ultra-religiösen organisierten
AbtreibungsgegnerInnen um Jugend für das Leben, die auch in anderen
österreichischen Städten derartige Märsche veranstalten. Diese
reaktionären Events sind ein Angriff auf das Recht auf Selbstbestimmung
über den eigenen Körper und über die Gebärfähigkeit von Frauen und
anderen Menschen, die schwanger werden können.

Wie in vergangenen Jahren versammelten sich Pro-Choice Aktivist_innen
vor dem Salzburger Landeskrankenhaus, um für reproduktive Freiheit zu
demonstrieren. Sie fordern freien und kostenlosen Zugang zu sicheren
Schwangerschaftsabbrüchen und Verhütungsmitteln und ein Ende der
patriarchalen Unterdrückung. Redebeiträge gingen auf die
OrganisatorInnen um und hinter Jugend für das Leben und auf reproduktive
Rechte ein. Ca. 40 Pro-Choice Aktivist_innen standen 50 bis 70
christlich-fundamentalistischen AbtreibungsgengerInnen und ca. 75 Bullen
gegenüber.

Um 17 Uhr, eine Stunde nach Beginn der Pro-Choice Kundgebung, tauchten
die AbtreibungsgegnerInnen vorm Landeskrankenhaus auf, nachdem sie von
der Franziskanerkirche durch die Altstadt und an der Salzach entlang
geschlichen waren. Der Sichtkontakt war wegen einer Reihe Bullenautos
eingeschränkt. Ebenso wurden die Parolen der Fundis lautstark übertönt
und umfunktioniert. „Wir sind…“-Sprechchöre verlangten förmlich eine
Vervollständigung mittels des schönen Wörtchens „SCHEISSE!“. Bereits
nach 15 Minuten zogen die FundamentalistInnen, untermalt von lautstarken
Pro-Choice Parolen, von dannen.

Die Pro-Choice Kundgebung war bereits aufgelöst worden, als alle noch
anwesenden Aktivist_innen von den Bullen umzingelt wurden. Die Bullen
drohten die Identitätsfestllung aller Anwesenden an und begannen nach
der Reihe Leute aus dem Kessel heraus zu ziehen und zu ihren Autos zu
schleifen. Mitunter gingen sie dabei brutal vor: Viele wurden mittels
Würgegriff gepackt und von ihren Mitstreiter_innen weggerissen. Drei
Personen wurden im Zuge dessen ins Polizeianhaltezentrum Alpenstraße
gebracht, wovon zwei die Nacht über bis zum Vormittag festgehalten
wurden. Es gelang den Bullen nicht, ihre Identität festzustellen.
(Ätsch! Ihr Pfeifen!) Vor dem PAZ harrte die ganze Nacht eine
solidarische Kundgebung aus, die lautstark die Freilassung der
Festgehaltenen forderte und zumindest einen diensthabenden Bullen an den
Rand des Nervenzusammenbruchs brachte.

Womöglich war das unverhältnismäßige und völlig überzogene Vorgehen der
Bullen ein Vorgeschmack auf härter werdende Zeiten. Gerade jetzt gilt
es, bereits Erkämpftes zu verteidigen und entschlossen gegen reaktionäre
Tendenzen vorzugehen.

Schwangerschaftsabbruch raus aus dem Strafgesetzbuch! Nieder mit dem
Patriarchat!
Pro Choice is ois!

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