Buchpräsentation: Untergangster des Abendlandes am 17.12 um 19 Uhr

Untergangster des Abendlandes. Ideologie und Rezeption der
rechtsextremen ‚Identitären‘

Die rechtsextremen „Identitären“ gehören ohne Zweifel zu den
wichtigsten Akteur*innen des außerparlamentarischen Rechtsextremismus in
Österreich. Ihr „Erfolgsrezept“ liegt einerseits darin begründet, sich
nach außen hin vom Nationalsozialismus abzugrenzen und so behördlicher
Repression nach dem „Verbotsgesetz“ aus dem Weg zu gehen und
andererseits gesellschaftlich anschlussfähige Konzepte eines
modernisierten völkischen Nationalismus zu propagieren. Dabei bedienen
sie sich eines Straßenaktivismus, der geschickt mit Social-Media-Tools
inszeniert und verbreitet wird.

Bisherige Auseinandersetzungen mit diesem relativ jungen Phänomen
übernahmen nicht selten unkritisch Selbstbezeichnungen der
„Identitären“ als „weder links noch rechts“ oder „Neue Rechte“ und
ließen dahinter stehende ideologische Denkmuster meist zu kurz kommen.
Der Sammelband nimmt daher eine kritische Analyse dieser
Selbstinszenierungen vor, indem die hinter dem „identitären“ Denken
stehenden Vordenker und Ideologeme wie (Neo-)Rassismus, Antisemitismus
und Nationalismus analytisch durchdrungen und mit anderen Formen des
Rechtsextremismus in Verbindung gesetzt werden. Ergänzend werden bislang
vernachlässigte Themen wie subkulturelle Bezüge der „Identitären“,
propagierte Geschlechterbilder, Rhetoriken der Angst sowie ihr
Verhältnis zu Islamismus und eurasischer Ideologie ins Zentrum der
Analyse gerückt.

Dabei wird auch der Frage nachgegangen, wie sich der rechtsextreme
Charakter der „Identitären“ begründen lässt und inwiefern von einer
modernisierten Form des Rechtsextremismus gesprochen werden kann.

Advertisements